Wenn das Leben keinen Platz zum Durchatmen lässt …

  1. Kennst du diese Tage oder Wochen, in denen einfach alles zusammenkommt?

 

Die ganze Familie ist krank. Der Alltag läuft trotzdem weiter. Termine müssen organisiert, Kinder betreut, Dinge erledigt und Entscheidungen getroffen werden.

 

Kaum ist eine Herausforderung gemeistert, wartet schon die nächste.

 

Der Kopf läuft auf Hochtouren, die Gedanken drehen sich im Kreis und irgendwann fühlt sich selbst die kleinste Aufgabe unglaublich schwer an.

 

Du funktionierst irgendwie noch – aber innerlich ist der Akku längst leer.

 

Und manchmal ist es nicht einmal ein grosses Ereignis, das uns an unsere Grenzen bringt. Es ist die Summe all der kleinen und grossen Dinge, die gleichzeitig unsere Aufmerksamkeit und Energie fordern.

 

Wenn selbst das Nichtstun schwerfällt

 

Gerade dann fällt es uns oft besonders schwer, uns eine Pause zu gönnen.

 

Schliesslich gibt es noch so viel zu erledigen!

 

Doch vielleicht braucht es in diesem Moment gar keine Lösung für alles. Vielleicht müssen wir auch nicht sofort wieder neue Kraft schöpfen.

 

Vielleicht reicht es für den Anfang, einfach einmal anzuhalten.

 

Nicht für eine Stunde. Nicht mit einer weiteren Aufgabe auf der To-do-Liste.

 

Sondern für ein paar bewusste Minuten nur für dich.

 

🤲 Selbstcranio-Übung: Ankommen, wahrnehmen und loslassen

 

Diese sanfte Übung lädt dich ein, wieder bewusster mit deinem Körper in Kontakt zu kommen.

 

1. Erst einmal nur liegen

 

Lege dich bequem auf den Rücken. Wenn es angenehmer ist, kannst du deine Knie mit einem Kissen unterstützen.

 

Schliesse die Augen, wenn du magst.

 

Spüre, wie dein Körper auf der Unterlage liegt.

 

Wo berührt dein Rücken den Boden? Wie liegen deine Schultern? Wo spürst du mehr Gewicht, wo weniger?

 

Nimm auch deinen Atem wahr.

 

Du musst ihn nicht verändern. Du musst nichts besonders tief einatmen.

 

Einfach wahrnehmen, ohne zu bewerten.

 

2. Kontakt mit dem Kreuzbein aufnehmen

 

Schiebe nun eine Hand ganz sanft unter dein Becken, sodass sie im Bereich des Kreuzbeins liegt.

 

Das Kreuzbein befindet sich am unteren Ende deiner Wirbelsäule, zwischen den beiden Beckenseiten.

 

Lass deine Hand dort einen Moment ankommen.

 

Spüre den Kontakt. Die Wärme. Vielleicht auch, wie sich dein Körper auf deiner Hand anfühlt.

 

Du musst nichts bewegen oder verändern.

 

3. Den Unterbauch dazunehmen

 

Lege deine andere Hand sanft auf deinen Unterbauch, ungefähr gegenüber der Hand unter deinem Kreuzbein.

 

Nun liegt dein Becken gewissermassen zwischen deinen beiden Händen.

 

Nimm dir einen Moment Zeit.

 

Wie fühlt sich dieser Kontakt an?

 

Spürst du Wärme? Bewegung durch die Atmung? Vielleicht verändert sich etwas in deiner Wahrnehmung oder die Anspannung lässt ein wenig nach?

 

Vielleicht passiert auch gar nichts Wahrnehmbares.

 

Alles darf sein. Nichts muss sich lösen.

 

Bleibe so lange in dieser Position, wie es angenehm ist. Löse anschliessend deine Hände langsam und lege sie neben deinen Körper.

 

4. Noch einmal nachspüren

 

Bleibe noch einen kleinen Moment liegen.

 

Wie fühlt sich dein Körper jetzt an?

 

Wo nimmst du Kontakt zur Unterlage wahr? Wie fliesst dein Atem? Hat sich etwas verändert?

 

Und auch hier gilt: Es gibt kein Richtig oder Falsch.

 

Hinweis: Bei Schmerzen, nach Operationen, während einer Schwangerschaft oder bei körperlichen Einschränkungen die Position entsprechend anpassen oder auslassen und gegebenenfalls medizinisch abklären.

 

Du musst heute nicht alles schaffen 💛

 

Vielleicht wartet nach diesen paar Minuten noch immer derselbe Berg an Aufgaben auf dich.

 

Vielleicht ist die Familie noch immer krank, die Wäsche nicht gemacht und der Alltag genauso herausfordernd wie vorher.

 

Aber vielleicht kannst du ihm jetzt wieder mit etwas mehr Bewusstsein begegnen.

 

Nicht alles auf einmal.

 

Nicht alles perfekt.

 

Ein Schritt nach dem anderen. Eine Aufgabe nach der anderen. Ein Moment nach dem anderen.

 

Und zwischendurch darfst auch du einmal wichtig sein.

 

  1. Denn manchmal ist genau das der erste Schritt: Sich selbst zwischen all den Anforderungen nicht zu vergessen. 💛
Published On: 23. Oktober 2026

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