Nach einer Operation braucht nicht nur die Wunde Zeit

Eine Operation ist vorbei.

Vielleicht ist medizinisch alles gut verlaufen. Die Wunde beginnt zu heilen und langsam kehrt wieder etwas Normalität ein.

Und trotzdem kann man spüren:

Mein Körper ist noch lange nicht wieder dort, wo er vorher war.

Gerade im Moment erlebe ich das selbst – und deshalb schreibe ich diesen Beitrag dieses Mal nicht nur als Craniosacraltherapeutin, sondern auch aus eigener Erfahrung.

Eine Operation bedeutet für unseren Körper viel. Da sind nicht nur die Wunde und die körperliche Heilung. Da waren vielleicht Schmerzen, Narkose, Medikamente, Unsicherheit, ungewohnte Körperpositionen, wenig Bewegung und das Gefühl, plötzlich auf Hilfe angewiesen zu sein.

Und auch wenn wir gedanklich möglichst schnell wieder zurück in unseren Alltag möchten, braucht unser Körper manchmal etwas anderes:

Zeit. Sicherheit. Ruhe. Und eine achtsame Begleitung.

Wo kann Craniosacraltherapie unterstützen?

Eine postoperative Craniosacraltherapie ersetzt selbstverständlich keine ärztliche Nachkontrolle, Wundversorgung oder Physiotherapie.

Sie kann aber eine sanfte Ergänzung in der Erholungsphase sein.

Cranio arbeitet mit sehr feinen Berührungen. Gerade nach einer Operation muss dabei nicht direkt an der operierten Körperstelle gearbeitet werden.

Je nach Situation kann eine Behandlung beispielsweise Raum geben, zur Ruhe zu kommen, den Körper wieder bewusster wahrzunehmen und nach einer körperlich und emotional intensiven Erfahrung wieder Vertrauen in den eigenen Körper zu finden.

Auch Schonhaltungen und die ungewohnte Belastung anderer Körperbereiche können nach einer Operation Thema sein.

Für mich ist dabei besonders wichtig:

Der Körper bestimmt das Tempo.

Nicht: Was müsste schon wieder funktionieren?

Sondern: Was ist heute möglich und was braucht mein Körper gerade?

Und plötzlich bin ich selbst auf der anderen Seite

Gerade merke ich selbst, wie anders sich dieses Wissen anfühlt, wenn man nicht neben der Behandlungsliege sitzt, sondern der eigene Körper Zeit zum Heilen braucht.

Geduld mit dem eigenen Körper zu haben, klingt manchmal einfacher, als es tatsächlich ist. 😉

Und vielleicht erinnert mich genau diese Erfahrung noch einmal daran, was ich auch meinen Patientinnen und Patienten mitgeben möchte:

Heilung muss nicht beschleunigt werden. Sie darf begleitet werden. 💛

🤲 Eine ganz sanfte Selbstcranio-Übung für die Erholungszeit

Wenn es für deine jeweilige Operation medizinisch erlaubt und angenehm ist, kannst du Folgendes ausprobieren:

Lege dich bequem hin oder setze dich gut gestützt hin.

Lege eine Hand sanft auf deinen oberen Bauch und die andere auf dein Kreuzbein – nur dort, wo Berührung angenehm ist und mit genügend Abstand zur Operationsstelle.

Kein Drücken. Kein Massieren. Nichts verändern.

Spüre einfach für ein paar Minuten den Kontakt deiner Hände.

Wie fühlt sich die Unterlage an?

Wo spürst du deine Atmung?

Wo fühlt sich dein Körper gerade angenehm oder sicher an?

Du musst dabei nichts erreichen.

Deine Hände dürfen einfach da sein.

Wenn die Position Schmerzen, Zug, Unwohlsein oder Beschwerden verursacht, beendest du die Übung.

Und nach einer Operation gilt immer: ärztliche Vorgaben haben Vorrang. Bei neuen oder zunehmenden Schmerzen, Fieber, Wundproblemen, Atemnot oder anderen auffälligen Beschwerden gehört die Abklärung in medizinische Hände.

Published On: 25. September 2026

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